Alfons heißt mein brauner Holsteiner Wallach. Er ist 10 Jahre alt und war mal ein richtiges Dressurpferd. Ich habe bereits mit 6 Jahren begonnen zu reiten und habe mein großes Reiterabzeichen mit 10 Jahren gemacht. Alfons ist mein drittes Pferd, ein ganz lieber und ehrlicher Kumpel. Ich reite im Sommer viel mit Ihm aus und versuche Ihm das Stallleben so angenehm wie möglich zu machen.
Mein Reitverein heißt Rossgarten in Kiel und dort habe ich auch meine ersten Reitstunden an der Longe absolviert. Das war am Anfang schon was ganz neues und aufregendes.
Wenn ich noch an meine Anfänge zurück denke war das schon eine tolle Zeit so jeden zweiten Tag nach der Schule in den Reitstall, Freunde treffen, Zossen putzen und am Wochenende mit zum Turnier fahren.
Aber ich habe auch viel gelernt in dieser Zeit. Wie man ein Pferd richtig versorgt, pflegt und bewegt und in Ansätzen vernünftig ausbildet.
Als ich 14 Jahre alt war, habe ich die erste Fohlengeburt mit erlebt und das war echt bewegend. 2 Jahre später hat sich ein Pferd beim “Wälzen” mit den Hinterbeinen in den Gitterstäben eingeklemmt, das war sehr traurig und mitreißend, aber man lernt in einem Reitstall, dass nicht alles steuerbar und kontrollierbar ist.
Mein Reitlehrer war ein echter Europameister und mit 15 habe ich nach täglichem Training 2 Pferde geritten und wöchentlich auf die Turniere mit vorbereitet. Kurz darauf habe ich begonnen auch Pferde mit auszubilden bzw. einzureiten. Das blieb natürlich nicht ohne Sturz. Mein schlimmster Sturz passierte, als einen 3 jährigen Wallach um die Rennbahn geritten bin, die bei uns um den Springplatz führte. Das haben wir gemacht, damit die jungen Pferde lernen unter dem Sattel mit Gleichgewicht geradeaus zu laufen.
Dabei stieß eine Gruppe Tauben auf und mein Pferd erschreckte sich so doll, dass es mir durchging und die Zunge über das Gebiss streckte. Somit waren meine Einwirkung, was die Zügel anging so gut wie wirkungslos und ich konnte nur noch versuchen, mit meinem Gleichgewicht und der Einwirkung meiner Beine das Pferd zu bremsen. Ich entschloss mich daraufhin spontan, dass Pferd in Richtung einer Absperrung zu lenken. Der Plan schien aufzugehen, da sich mein Pferd bereits im Trab befand. Doch dann passierte etwas ungewöhnliches. Mein Pferd sprang seitwärts kurz vor dem “Halten” über die Absperrung. *BLACKOUT*
Aufgewacht bin ich im Krankenhaus mit einem tennisball dickem Auge und einer saftigen Gehirnerschütterung. Dem Pferd ist nichts weiter passiert.